19.05.19

Aufenthalt von Waldheimkinder im Naturschutzgebiet Eichenhain

Pressemitteilung der Evangelischen Kirchengemeinde Sillenbuch zum Verbot der Nutzung des Eichenhains durch die Waldheimkinder

Aufenthalt von Waldheimkinder im Naturschutzgebiet Eichenhain

Informationen für die Presse 15. Mai 2019

Das Amt für Umweltschutz der Stadt Stuttgart ist an die Evangelische Kirchengemeinde Sillenbuch herangetreten, da aus Sicht der Behörde die Nutzung des Eichenhains durch Kinder des Ferienwaldheims nach der Verordnung für das Naturschutzgebiet nicht erlaubt ist. Insbesondere die Mittagspause, die die Kinder auf Decken sitzend oder liegend im Eichenhain verbringen wird als unzulässig eingestuft. Als Alternative wird eine ca. 1km entfernte Wiese beim Ilse-Beate Jäckel Weg angeboten.

Aus Sicht der Kirchengemeinde stellt ein Verbot der Aktivitäten im Eichenhain eine unzumutbare Belastung für die Waldheimarbeit dar und gefährdet diese in ihrer Substanz. Gruppen-, Such- oder Geländespiele sowie die Ruhepause nach dem Mittagsessen wären in der heutigen Form nicht mehr möglich. Das kleine Außengelände des mitten im Riedenberger Wohngebiet beheimaten Waldheims bietet für bis zu 190 Kinder pro Ferienfreizeit bei weiten nicht die erforderlichen Flächen. Auch emotional besteht ein enger Bezug der Kinder und Mitarbeitenden zum Eichenhain. Seit Gründung des Waldheims im Jahr 1951 war die Nutzung des Eichenhains als Spiel- und Erholungsfläche integraler Bestandteil aller Ferienfreizeiten.

In den Sommerferien besuchen über 400 Kinder die Ferienfreizeiten. Zahlreiche Familien sind auf das beliebte Betreuungsangebot in den Sommerferien angewiesen Daher hat der Kirchengemeinderat entschieden, den Bezirksbeirat über die Gespräche zwischen Kirchengemeinde und unterer Naturschutzbehörde (Amt für Umweltschutz) sowie oberer Naturschutzbehörde (Regierungspräsidium) zu informieren und um Unterstützung zu bitten.

Auch für die Kirche und das Leitungsteam des Ferienwaldheims ist der Naturschutz ein hohes Gut. Daher wurde von Seiten der Waldheimleitung im Detail überlegt, welche Aktivitäten vom Eichenhain auf das Waldheimgelände oder eine weiter entfernte Ersatzfläche verlagert werden können. Zu bedenken sind auch Pausenzeiten für die Mitarbeiter und die Sicherstellung der Aufsichtspflicht. Teil dieser Vorschläge ist die jährliche Schulung und Sensibilisierung der Mitarbeitenden über die naturschutzrechtlichen Belange und die verantwortungsvolle Nutzung der Wiese im Eichenhain.

Trotzdem besteht die obere Naturschutzbehörde darauf, dass die Kirchengemeinde einen Antrag auf Befreiung nach §67 Bundesnaturschutzgesetz stellt, wenn der Eichenhain weiterhin von Waldheimkindern als Freizeit- und Erholungsfläche genutzt werden soll. Im Verlauf eindes Verfahrens werden neben der fachlichen Stellungnahme der Behörden auch die Naturschutzverbände gehört.

Wir setzen darauf, dass eine einvernehmliche Lösung möglich ist. Die Waldheimkinder sind an maximal 20 Tagen im Jahr im Eichenhain und halten sich dort nur in unmittelbarer Nähe zum Waldheimgebäude auf. Wir sind überzeugt, dass durch jährliche Schulung der 70 ehrenamtlichen, überwiegend jugendlichen Betreuerinnen und Betreuer letztlich mehr für den Naturschutz als Ganzes erreicht werden kann als durch ein pauschales Verbot aller Aktivitäten. Naturschutz in der Großstadt kann nur gelingen, wenn Mitarbeiter und Kinder auch Möglichkeiten der Naturerfahrung bekommen.

Pressekontakt:

Dr. Klaus Offterdinger
Gewählter Vorsitzender des Kirchengemeinderats
Evangelische Kirchengemeinde Sillenbuch
Gosheimer Weg 7B 70619 Stuttgart
Tel: 0172/7142550

Kirchengemeinderatdontospamme@gowaway.evkirche-sillenbuch.de

Fotos können auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden.